Höllenscharf

Von fruchtig-milde bis pikant-höllenscharf – Peperoni sind in vielen Küchen zuhause. Die Früchte gedeihen bestens auch in Töpfen und Balkonkästen.

Es ist ein langer Weg von der Aussaat bis zur Ernte der ersten Schoten. Im Februar habe ich die Samenkörner vom Vorjahr mit viel Wärme, Feuchtigkeit und Liebe auf der Fensterbank zum Quellen und Keimen gebracht. Auch diesmal sind viel zu viele aufgegangen, sodass spätestens ab Ende April der Platz rar wurde. Ab Mitte Mai konnten die bis dahin gut gediehenen kleinen Büsche endlich hinaus ins Freie. Zum Glück fanden sich auch in diesem Jahr viele dankbare Abnehmer*innen und ich konnte einen Teil der Anzuchten in diversen Nachbarschafts- und Gemeinschaftsgärten unterbringen. Peperoni brauchen viel Sonne und Wärme und daher eignet sich mein Balkon in Südlage sehr gut für das Wachstum. Ist der Standort nämlich zu dunkel, welken die Blätter und fallen frühzeitig ab. Zudem bleibt die Blütenbildung aus. Dank der guten Bedingungen und der sonnigen Saison, kann ich jetzt ab Mitte Juli die ersten Früchte ernten. Der feurig-scharfe »Joe’s Long« macht den Anfang. Der eher mildere runde »Arenborner Scharfe« braucht noch ein bis zwei Wochen, bis er prächtig rot ausgereift ist.

Sowohl Peperoni als auch Chili gehören botanisch zur Gattung der Paprikagewächse Capsicum. Die Schoten unterscheiden sich jedoch in Form und Geschmack. Chilis sind klein und sehr scharf, während Peperoni meist etwas größer sind und ein breiteres Spektrum an Geschmacksnoten aufweisen. Chilis dienen als Grundsubstanz für das scharfe Pulver oder auch Cayennepfeffer und aus Peperoni wird Gewürzpaprika in verschiedenen Geschmacks- und Schärfegraden von edelsüß bis scharf hergestellt. Die enthaltenen Capsaicinoide haben eine antibakterielle und fungizide Wirkung und sind vor allem in der asiatischen und südamerikanischen Küche auch für das Konservieren von Lebensmitteln interessant. Je nach Standort, Trockenheit oder Nährstoffzufuhr schwankt der Schärfegrad innerhalb ein und derselben Sorte oder sogar zwischen Früchten der selben Pflanze erheblich.

Beim Verwenden in der eigenen Küche ist es ratsam darauf zu achten, sich nach dem Schneiden nicht in die Augen zu fassen, denn der enthaltene Schärfestoff Capsaicin, der vor allem in den Trennhäuten der Schoten sitzt, kann empfindlich reizen. Der Versuch, die scharfen Substanzen mit Wasser und Seife abzuwaschen, wird nichts bringen. Der Stoff Capsaicin, der unsere Rezeptoren reizt und somit für ein Hitze- und Schärfegefühl verantwortlich ist, kann nur in Alkohol oder Fett gelöst werden.

Erstellt für die Kolumne »Gartenstadt« von a3regional.de.

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