Essbare Sonnenblumenknolle

Topinambur gehört zu den alten Gemüsesorten, die im Laden kaum erhältlich sind. Ich ernte die gesunde Knolle fast ganzjährig. Ich weiß, manche hassen sie. »Die schmeckt muffig, sagt der Gatte.« Wehe, ich schmuggle ihm heimlich eine Portion in den Kartoffeleintopf. Der feine Gaumen merkt es. Das Argument, dass Topinambur gesund ist, zählt nicht. Dabei enthält das Gemüse neben Mineralien und Vitaminen verschiedene Saccharide, die als Nährstoffe für die Bakterienflora des Darms günstig sind. Aber, wen interessiert es?

Sowohl in der Spitzengastronomie als auch bei Gartenfreund*innen sind alte Sorten zunehmend beliebt. Das hat mit dem Geschmack zu tun, aber auch mit der Erkenntnis, dass die alten Sorten oft robuster sind und problemlos vermehrt werden können. Ich esse Topinambur gerne roh, beispielsweise im Salat oder unter Gemüsegerichte gemischt. Man kann ihn auch dünsten oder zu Pürree verarbeiten. Sogar Chips lassen sich aus Topinambur selbst herstellen. Als Rohkost schmeckt er nussartig und ist von ähnlich knackiger Konsistenz wie eine Karotte. Im gekochten Zustand erinnert sein Aroma an Artischocken oder Schwarzwurzeln.

Topinambur ist eine Sonnenblumenart mit kleineren Blüten als bei der typischen Schwesterpflanze. Beim Kultivieren lässt sich kaum etwas verkehrt machen, denn die Pflanzen gedeihen sowohl im Halbschatten als auch in der Sonne. Im letzten Jahr hatte ich keine einzige Blüte. Schade, aber das kommt vor, wenn der vorhergehende Winter besonders kalt war. Nachdem im Herbst die überirdischen Pflanzenteile abgestorben sind, kann man bei frostfreiem Boden laufend ernten. Da Topinambur nicht gut lagerfähig ist, entnehme ich immer nur so viel, wie ich gerade in der Küche benötige.

Die Pflanzen haben einen enormen Verbreitungsdrang und nehmen anderen Gewächsen schnell den Platz weg. Um das zu vermeiden, setze ich sie nicht ins Beet, sondern in große Kübel. Trotzdem ist der Ertrag mit mehreren Kilo Knollen pro Pflanze immer reichlich. Spätestens ab Mai suche ich deshalb Abnehmer*innen für die neu ausgetriebenen Jungpflanzen. Wer die essbare Sonnenblumenknolle einmal selbst anbauen möchte, kann sie von mir am 7. Mai bei Gartenflohmarkt des AK Urbane Gärten im »Grow-Up« im Reesepark erwerben.

Erstellt für die Kolumne »Gartenstadt« von a3regional.de.

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