90 Jahre Frauenwahlrecht – Frauen an die Macht

Zwei SchneiderpuppenIm Rahmen der Veranstaltungsreihe „Bewegte Zeiten – 140 Jahre SPD Pfersee“ hielt ich einen Vortrag über das Frauenwahlrecht in Deutschland. Am 19. Januar 1919 durften Frauen auf der nationalen Ebene zum ersten Mal wählen. 300 Frauen kandidierten für die verfassungsgebende Nationalversammlung. 37 wurden schließlich gewählt und hielten Einzug in den ersten Reichstag der Weimarer Republik.

Das Wahlrecht musste hart erkämpft werden. Mutige und tatkräftige Frauen wie Louise Otto Peters, Hedwig Dohm, Anita Augspurg, Lida Gustava Heimann, Minna Cauer, Clara Zetkin, Ottilie Baader, Pauline Staegemann und viele andere wirkten daran mit. Auch Männer wie August Bebel trugen ihren Teil dazu bei.

Bis 1953 sollte es dauern, bis eine Frau auch in ein Ministerinamt berufen wurde. Hilde Benjamin wurde erste Staatsministerin der DDR (Justiz). Die BRD zog 1961 nach, als Elisabetz Schwarzhaupt von Konrad Adenauer auf großen Druck der CDU-Frauen zur Gesundheitsministerin ernannt wurde.

Einige Annekdoten und kuriose Geschichten ranken sich um die Eroberung der Parlamente und verantwortlichen Positionen durch  Frauen. So provozierte Lenelotte von Bothmer, eine SPD-Abgeordnete, helle Aufruhr, als sie mit einem Hosenanzug im Plenarsaal erschien. Bundestagsvizepräsident Jäger hatte zuvor die Warnung ausgesprochen: „Jede Frau, die es wagen sollte mit Hosen in den Bundestag zu kommen, werde ich umgehen hinaus werfen.“ Er hat es dann wohl doch nicht getan.